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Meine Familie

Hier können Sie meine Familie kennenlernen! Meine Familie bestand bis August 2007 aus 4 Köpfen und 10 Beinen. Sie fragen sich wie das geht? Oder vielleicht ob ich zwar Webseiten programmieren aber nicht rechnen kann?

Es ist ganz einfach: Zu meiner Familie gehörten bis August 2007 Meine Frau Renate, mein Sohn Danny, meine Blindenführhündin Cim und ich. Das macht zusammen 10 Beine nach Adam Riese ;-).


Am 1. August 2007 ist mein Sohn ausgezogen. Im Oktober 2007 ist meine Blindenführhündin Cim gestorben. Wir mußten sie am 15. Oktober 2007 einschläfern lassen. Cim's komplette Geschichte können Si
hier lesen.


Meine Frau und ich wohnten bis November 2008 in Hamm in Nordrhein-Westfalen.
Ich selbst wurde hier auch im Juni 1962 geboren.
Anfang November 2008 hat es uns dann wegen meiner neuen Arbeitsstelle im Auswärtigen Amt nach nach Berlin verschlagen, wo wir auch heute noch wohnen.


Meine Frau Renate ist 1977 aus den neuen Bundesländern, damals noch DDR, hier hergezogen.Sie war gebürtig aus der Gegend von Halberstadt.
Wir haben uns dann anfang 1988 kennen und lieben gelernt und sind seit März 1989 verheiratet.


Mein schulischer und beruflicher Werdegang


Mein Weg von der Grundschule bis zum heutigen Tag!


Im Jahre 1968 wurde ich zunächst in
die Jahnschule in Hamm-Herringen
eingeschult. Diese Schule ist jedoch eine normale Grundschule. Da ich damals noch einigermassen sehen konnte, erschien einer Einschulung in eine Regelschule nichts entgegenzustehen.
Dies war jedoch eine Fehlannahme. Nach bereits drei oder vier Wochen merkten die Lehrer, dass ich dem Unterricht nicht richtig folgen konnte und nicht richtig mit kam.
Meine Mutter wurde zum Augenarzt mit mir geschickt, der natürlich sofort eine Einschulung in eine Sehbehindertenschule veranlasste.
Von 1969 bis 1979 besuchte ich dann die Grund- und Hauptschule der
Martin-Bartels-Schule in Dortmund.
Danach nahm ich ein Jahr lang an der Aufbauklasse der
Sehbehindertenschule in Münster
teil, wo ich meine Fachoberschulreife absolvierte.


Meine Hobbys


Die für mich wichtigsten Hobbys sind für mich schon von Kindesjahren an Musik und Fussball gewesen. Das ist bis zum heutigen Tage nicht anders geworden.
Als Kind und auch später noch als Jugendlicher konnte ich noch einigermassen nach meinen visuellen Möglichkeiten selbst Fußball spielen. So spielte ich auch regelmäßig nach der Schule in einer Straßenmannschaft als Stürmer mit. Meine Spielart war wohl der des damaligen schalker Mittelstürmers und Nationalspielers
Klaus Fischer
sehr ähnlich. So hatte ich schon bald unter meinen Freunden den Spitznamen "Fischer" inne.
Wahrscheinlich war das auch mit die Ursache dafür, dass ich auch heute noch Fan des
FC Schalke 04
bin.
Sowohl in der
Martin-Bartels-Schule in Dortmund
als auch in der
Sehbehindertenschule in Münster
spielte ich in der Schulmannschaft mit.
Ebenfalls ein wichtiges Hobby war dann später das Torballspielen in der Behindertensportgemeinschaft in Hamm. Leider habe ich dort aber keine Karriere machen können, da ich nur etwa 2 Jahre mitgespielt hatte. Grund dafür war meine Selbständigkeit, die mir nicht mehr die zeitliche Möglichkeit gab an den regelmässigen Trainingstunden teilzunehmen.
Das die Musik auch sehr wichtig für mich ist, habe ich ja schon angedeutet.
Aber ich habe bis zu meinem 28. Lebensjahr nie selber ein Instrument gespielt. Ich war immer mehr der Passiv-Hörer.
Irgendwann habe ich aber dann doch Spaß am Keyboardspielen gefunden und habe dann auch etwa 4 Jahre lang Keyboard-Unterricht genommen. Die Lehrerin kam zu mir ins Haus. Sonst hätte ich das vermutlich auch zeitlich garnicht mehr so hinbekommen.
Durch meine Selbständigkeit habe ich dies dann aus Zeitmangel dann leider aufgeben müssen.
Aus gemarechtlichen Gründen darf ich Ihnen hier leider keine Hörproben zur Verfügung stellen.


Mein Sohn Danny


Im Alter von 8 Jahren fing er mit dem Keyboardunterricht an


Danny wurde am 2. Oktober 1988 in Hamm geboren.
Mit 6 Jahren wurde er direkt in die
Sehbehindertenschule in Münster
eingeschult. Dort durchlief er die Grundschule.
ab dem 5. Schuljahr besuchte er dann die
Carl-Strehl-Schule in Marburg
an der
Blista.
Zum 9. Schuljahr wechselte er dann auf die Realschule der
Von-Fincke-Schule in Soest.
Danach besuchte er dann noch das
westfälische Berufskolleg in Soest.
Im Jahre 1996 als Danny 8 Jahre alt geworden war, wollte er auch Keyboardspielen. Schon als Kleinkind tanzte er vor den Lautsprecherboxen unserer Stereoanlage herum.
Als er etwa 6 Jahre alt war konnte er schon einfachere Melodien aus dem Kopf spielen. Dabei schaute er teilweise nicht einmal auf die Keyboardtastatur. Wir waren uns damals ziemlich sicher das die Musik ihm sehr liegen würde.
Natürlich hat er es einfacher lernen können als ich, da er schon als Kind angefangen hat mit dem Unterricht.
Leider hat er dann den Unterricht aufgegeben als er 16 war und die Blista in Marburg besuchte.
Er kann aber mittlerweile so gut spielen, daß er Titel aus den Charts die ihm gefallen ohne Noten nachspielen kann.
Aus gemarechtlichen Gründen darf ich Ihnen hier leider keine Hörproben anbieten.


Fachoberschulreife und was nun?


Arbeiten und Geld verdienen - oder weiter die Schulbank drücken?


Im Jahre 1980 habe ich die Fachoberschulreife dann geschafft. Nun stellte sich für mich die Frage, ob ich eine höhere Schule besuche oder ob ich eine Ausbildung beginnen und Geld verdienen wollte. Ich entschied mich für das Geldverdienen. Es war dann für mich sehr schnell klar, dass ich irgendwas mit Menschen machen wollte. Also was blieb da großartig für einen damals stark sehbehinderten jungen Erwachsenen übrig als Masseur zu werden. Eigentlich wäre Arzt mein Wunschberuf gewesen. Aber in Deutschland, wo es nach der Durchführungsverordnung des Heilpraktikergesetzes nicht einmal sehbehinderte oder blinde Heilpraktiker geben kann, ist Arzt völlig ausgeschlossen, egal in welcher Fachrichtung. So erkundigte ich mich über die Vorausetzungen und den Weg über den ich dieses Berufsziel "Masseur und med. Bademeister" erreichen konnte.


Die blindentechnische Grundausbildung und die Massagevorschulung


Die Massagevorschulung machte mir den Ausbildungsweg frei


Ich traf dann die Entscheidung, meine Ausbildung im Berufsförderungswerk in Düren zu beginnen. Dort fing ich dann auch im Jahre 1981 mit der blindentechnischen Grundausbildung an, die zunächst 6 Monate dauerte. In dieser Grundausbildung lernte ich dann erstmalig die Brailleschrift und das Tippen mit einem Zehnfingersystem auf einer elektrischen Schreibmaschine. Von Computern war damals so gut wie noch nicht die Rede. Danach nahm ich dann an der dortigen Massagevorschulung teil, die ebenfalls 6 Monate dauerte. Der Vorteil war dabei, dass ich nach positivem Abschluss dieser Maßnahme automatisch in einen Ausbildungskurs in die mainzer Massageschule wechseln konnte und sonst noch Wartezeit gehabt hätte. Alles funktionierte gut und so konnte ich anschliessend direkt nach Mainz wechseln.


Meine Ausbildung zum Masseur und med. Bademeister


Von April 1982 bis ende März 1983 dauerte dann die schulische Ausbildung zum Masseur und med. Bademeister an der Elisabeth-Dicke-Schule in Mainz. Zu dieser Zeit war es auch noch nicht so normal, dass blinde Menschen Krankengymnast werden konnten. Heute ist der Beruf Physiotherapeut ein normales Berufsbild für diese Personengruppe. Ich ging noch in die alten Schulgebäude der Elisabeth-Dicke-Schule direkt in der mainzer Innenstadt. Zwei oder drei Jahre nach meinem Staatsexamen ist die Elisabeth-Dicke-Schule auf den Lerchenberg samt Internat umgezogen. Seit meinem Staatsexamen war ich jedoch nicht mehr an der Schule auf dem Lerchenberg. Im Mai 1983 habe ich dann mein eineinhalb jähriges Berufspraktikum in der Badeabteilung des Westfälischen Landeskrankenhauses in Warstein begonnen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wegen des Patientenklientels habe ich mich sehr wohl gefühlt und habe versucht nach dem Praktikum dort übernommen zu werden. Leider ging das nicht, weil das Landeskrankenhaus mitten in einer Umstrukturierung war. Die beiden vorhandenen Badeabteilungen im Suchtbereich und der Psychiatrie sollten kurz nach dem Ende meines Praktikums zusammengelegt werden. Somit gab es keine freien Stellenkapazitäten. Ich hatte auch kein Problem Menschen mit psychischen Krankheiten zu behandeln. Aber es gab teilweise wirklich sehr schwerstkranke Patienten. Das mußte man dann erstmal verkraften bzw. man mußte die Therapie mit anderen Augen sehen. Als dieser Entwicklungsprozeß nach etwa drei bis vier Wochen bei mir erfolgreich abgeschlossen war, fühlte ich mich dort pudelwohl. Danach arbeitete ich dann für zwei Jahre im Altenzentrum Liebfrauen in Hamm. Dies war leider nur eine ABM-Maßnahme und es gab keine Möglichkeit der Übernahme. Auch dort arbeitete ich äußerst gerne und versuchte alles um dort dauerhaft beschäftigt zu werden. Danach arbeitete ich dann von 1989 bis 1995 in einer Massagepraxis hier in Hamm. Dieses Arbeitsverhältnis endete, weil ich mich am 1. Juli 1995 in meiner eigenen Praxis für Physiotherapie selbständig gemacht hatte. Durch die immer nneuen und stärkeren Einsparungen der jährlich neuen Gesundheitsreformen und durch eine schwierige Konkurenzsituation in der direkten Umgebung meiner Praxis, endete die Selbständigkeit dann ende März 2003 mit einer Insolvenz. Danach arbeitete ich dann noch ein Jahr in den gleichen Praxisräumen in denen ich zuvor selbständig war. Ein anderer Masseur hatte die Praxisräume später übernommen und hatte mich dort auf 40 Wochenstunden angestellt. Leider hat auch er es nicht geschafft zu überleben. Nach ziemlich genau einem Jahr musste er dann auch die Insolvenz beantragen. Jedoch hat mir dieses gezeigt das meine Praxisaufgabe nicht durch mein Fehlverhalten verschuldet wurde. Die Praxis war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. Jedenfalls ging nun die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz wieder von vorne los. Es sollte jedoch nicht so schnell klappen. Man darf aber den Kopf nicht in den Sand stecken und so blieb ich bei der Stellensuche aktiv am Ball.


Der Berufswechsel


Ich suchte und suchte das gesamte Jahr 2005 hindurch. Aber in meinem erlernten Beruf als Masseur und med. Bademeister konnte ich einfach keinen Arbeitsplatz bekommen. Zumindest nicht hier in meinem Wohnumfeld in Hamm. Also überlegte ich mir, dass ich möglicherweise etwas anderes beruflich machen müsste. Aber was? Ich bewarb mich nun auch bei Callcentern und Stellenangeboten für Bürokräfte. Ausserdem meldete ich mich beim Integrationsfachdienst in Hamm an, um auf diese Art und Weise meine Vermittlungschancen zu verbessern. Im November 2005 bekam ich dann auch tatsächlich von dort einen Anruf, dass es möglicherweise Arbeit für mich geben würde. Ein neu entstehendes Dienstleistungsunternehmen suchte jemanden, der sich mit barrierefreier Webseitengestaltung beschäftigen sollte. Die Firma hieß AMA - Aktive Unternehmer für Menschen in Arbeit gGmbH i. G. Der Chef der Firma, Herr Riebe, hatte sich zum Ziel gesetzt, Menschen mit Vermittlungshämmnissen den Weg auf den 1. Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Dies klappte aber leider aus vielerlei Gründen nicht. So wurde ich nach dem Abgang der Geschäftsführerin zum leitenden Angestellten berufen, um eventuell noch etwas zu retten. Da dies nicht mehr klappen wollte, entschieden wir, dass wir einen gemeinnützigen Verein gründen. Dieser Verein wurde dann auch am 11. August 2006 im Berufsförderungswerk in Hamm gegründet. Satzungsgemässes Ziel des Vereins war auch die Vermittlung, Förderung und Betreuung von Menschen mit besonderen Vermittlungshämmnissen. Das hieß also: Behinderte und langzeitarbeitslose Menschen aber auch Menschen über 50 Jahre. Ich wurde in den Vorstand gewählt. Leider konnten wir nicht schnell genug am Markt Fuß fassen und hatten keine Geldeinnahmen ausser den Fördermitteln des JobCenters. Aus diesem Grunde wurden ende September 2006 der Betrieb und damit die satzungsgemäßen Aufgaben des Vereins eingestellt. Der Verein hieß übrigens "AMA - Aktive Unternehmer für Menschen in Arbeit e. V.". Somit waren wir wieder alle ab mitte September 2006 arbeitslos obwohl alle Mitarbeiter die größten Hoffnungen in diesen Betrieb und den Chef gesetzt hatten. Die Träume und Hoffnungen von dauerhafter Arbeit zerplatzten wie Seifenblasen. Ich war mir auch darüber im Klaren, daß die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle sich nun als sehr sehr schwierig gestalten würde. So war es dann auch. Ich bin nunmehr über ein Jahr arbeitslos und es gibt nach wie vor keine Hoffnung auf einen Arbeitsplatz in Vollzeit. Weder in meinem erlernten Beruf des Masseurs und med. Bademeisters noch in anderen Bereichen wie Büro oder Telefon. Eine Outboundtätigkeit in einem Callcenter habe ich beim Jobcenter abgelehnt, da diese Arbeit nichts für mich ist. Ich würde zwar gern in einem Callcenter eine beratende Tätigkeit machen, aber in diesem Bereich konnte ich bisher leider auch noch keine Stelle bekommen. Wie ich oben schon sagte: Man darf den Kopf nicht in den Sand stecken und aufgeben. Ganz nach dem gesungenen Motto von Wolfgang Petry: "Augen zu und durch".


Die Wende in meinem Leben


Nun bin ich seit Oktober 2006 arbeitslos, nachdem die Firma AMA seinen Betrieb einstellte im August 2006. Viele viele Bewerbungen die ich seither verschickt habe, mit immerwieder dem gleichen Ergebnis. Die Standardantwort: "Es tut uns leid Ihnen keinen besseren Bescheid geben zu können, da wir derzeit keinen Arbeitsplatz entsprechend Ihrer Qualifikation zur Verfügung stellen können. Alles Gute für Ihre weitere berufliche Zukunft." Nach diesen immer wiederkehrenden Antworten sprach ich mir teilweise selbst Mut zu und sagte mir, daß schon irgendwann irgendwas Positives passieren würde und ich redete mir ein ich sei überqualifiziert für diese Jobs, da die Antworten meist wirklich den Wortlaut besaßen, daß man keine Stelle meiner Qualifikation entsprechend zur Verfügung stellen könnte. Ich wollte einfach nicht aufgeben und schon garnicht eingestehen, daß ich nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt gebraucht würde. Anfang Juni 2008 dann begann die große Wende in meinem Leben. Ich las im Internet durch Zufall eine Stellenanzeige für einen Telefonisten im Auswärtigen Amt. Da sich das Auswärtige Amt ja bekanntlicherweise in Berlin befindet und ich davon ausging das meine Frau nicht gerade begeistert ist wenn wir umziehen müßten, erzählte ich ihr von dieser Stellenausschreibung mehr oder weniger im Spaß. Nach einer Denkminute sagte sie plötzlich, "Dann bewerb dich doch". Da wir beide davon ausgingen, daß ich wahrscheinlich sowieso kaum eine Chance hätte die Stelle zu bekommen, dachten wir auch nicht darüber nach und ich machte die Bewerbung fertig und wir brachten sie zur Post auf den Weg nach Berlin. Das war am 7. Juni 2008. Am 13. Juni 2008 endete die Ausschreibung. Eine gute Woche danach bekam ich eine E-Mail vom Auswärtigen Amt, in dem mir mitgeteilt wurde, daß ich vom Ausschuß zum schriftlichen Auswahlverfahren zugelassen wurde. Es war ein tolles Gefühl. Als wäre ich gerade Olympiasieger geworden. Nach langer Zeit mal wieder ein Erfolgserlebnis. In der Einladung teilte man mir mit, daß behinderte Bewerber Prüfungserleichterungen bekommen könnten und das man sich dazu telefonisch bei der Dame melden sollte. Dies tat ich dann auch, weil das schriftliche Auswahlverfahren aus einem Deutsch- und einem Englischdiktat sowie zwei englischen Lückentexten bestehen sollte und ich dies kaum mit der Hand schreiben konnte. Jedoch konnte mir die Akademie des Auswärtigen Amtes kein Notebookk oder PC mit Sprachausgabe zur Verfügung stellen. So sollte ich mein schriftliches Auswahlverfahren bei der Deutschen Gesellschaft für Personalwesen in Düsseldorf machen. Die DGP ist bei Bewerbungsverfahren mit der Durchführung nicht nur beim Auswärtigen Amt eingebunden. Leider hatten die jedoch auch keine Computer oder Notebooks mit einer Sprachausgabe, so das ich mich bereit erklärte eine Jaws-Demoversion mitzubringen um diese auf einem Rechner zu installieren. Das hat auch alles hervorragend geklappt. Der Herr, der mir die Aufgaben bzw. Sätze der Diktate und des Lückentextes vorlas gab sich große Mühe und ließ sich auch nicht aus der Ruhe bringen, wenn ich zum fünften- oder sechstenmal nach den Wörtern fragte die in die Lücken mußten. Als ich das schriftliche Auswahlverfahren dann geschafft hatte, dachte ich mir das das wohl meine Endstation sein würde. Ich empfand die Lückentexte schon als sehr schwierig. Es waren Texte aus dem Telefonistenenglisch. Für mich als gelernter Masseur und med. Bademeister eine äußerst schwierige Angelegenheit. Etwa 10 Tage später dann die Benachrichtigungsmail des Auswärtigen Amtes. Der Ausschuß hat mich zum mündlichen Auswahlverfahren in Berlin eingeladen. Nach der Freude der letzten Mail, daß ich beim schriftlichen Auswahlverfahren teilnehmen darf, war ich nun zum einen sehr überrascht, daß ich diese Hürde geschafft hatte, aber ich war auch voller Hoffnung das ich nun eine reale Chance auf diesen Arbeitsplatz haben könnte. Das mündliche Auswahlverfahren sollte nun anfang August 2008 in der Akademie des Auswärtigen Amtes stattfinden. Meine Frau und ich fuhren nun also am 6. August nach Berlin, wo wir in einem Zimmer in der Akademie übernachteten, da das mündliche Auswahlverfahren bereits morgens um 8.00 Uhr losgehen sollte. Nach dem mündlichen Auswahlverfahren sind wir dann zum Hauptbahnhof in Berlin gefahren und mußten dort noch etwa 3 Stunden auf unseren reservierten IC-E nach Hamm warten. Wir setzten uns in eine Gaststätte auf die Außenterasse und tranken uns einen Kaffee. Natürlich sinierten wir darüber wie groß meine Chancen nun wären und ich versuchte zu ergründen, ob ich mich ordentlich und angemessen präsentiert hatte. Plötzlich klatschte es auf meinen Kopf und ich mußte feststellen, daß mir gerade ein Vogel auf den Kopf gekootet hatte. Wir machten uns daraus nun einen Spaß und ich sagte immer, daß es sicher ein Zeichen von oben war das ich erfolgreich aus dem mündlichen Auswahlverfahren hervorgehen würde. Das alles natürlich immer mit der entsprechenden Portion Humor, da wir zwar hofften, aber nicht daran glauben konnten bei den vielen Mißerfolgen der letzten Jahre. Nach einer Woche bekam ich dann eine E-Mail vom Auswärtigen Amt mit dem Betreff "Herzlichen Glückwunsch". Ich fing an vor Aufregung zu zittern und konnte es garnicht glauben. Ich las weiter: "Ich freue mich Ihnen mitteilen zu können, daß der Ausschuß sie für den Arbeitsplatz ausgewählt hat". Weiter konnte ich nicht mehr lesen. Ich rief sofort meine Frau und bat sie sich die Mail nochmals durchzulesen, da ich nicht glauben wollte was da stand. Meine Frau las nochmals laut vor und ich war von dieser Nachricht völlig erschlagen. Jetzt gab es wieder eine Perspektive in meinem Leben. Das Wunder von Düsseldorf beim schriftlichen Auswahlverfahren war mir gelungen und nun auch noch das Märchen von Berlin. Danach gab es dann die Sicherheitsabfrage, die nach wie vor noch nicht abgeschlossen ist. Außerdem hatte ich am 11. September 2008 eine medizinische Untersuchung im medizinischen Dienst beim Auswärtigen Amt in Berlin, wo meine Diensttauglichkeit festgestellt wurde. Dies wurde mir schriftlich am 17. September 2008 mitgeteilt. Ich warte jetzt noch auf den Abschluß der Sicherheitsabfrage und dann kann ich den Vertrag mit dem Auswärtigen Amt endlich unterschreiben. Nach langem Hin und Her und diversen Internetrecherchen haben wir nun wohl auch eine Unterkunft gefunden. Die Wohnung in Berlin sollte für mich einen schaffbaren Arbeitsweg haben. Das heißt, sie sollte endweder in der fußläufigen Entfernung liegen oder ohne Umstieg mit einer der beiden möglichen U-Bahnlinien U2 oder U6 erreichbar sein. Wir hatten dann erst eine große Wohnung auf der Leipzigerstraße gefunden, von wo aus ich auch hätte zufuß zur Arbeit kommen können. Die Wohnung war uns dann aber letztendlich zu teuer, obwohl sie uns wirklich gut gefiel. Ich bat daraufhin nochmals das Familienreferat des Auswärtigen Amtes um Hilfe und ich bekam daraufhin eine Telefonnummer für ein möbiliertes Apartment, daß sich ebenfalls auf der Leipzigerstraße befindet. Ich rief den Makler an und wir haben sein Wort bekommen, daß er eine Wohnung für uns vorhalten werde. In diesem Apartment ist alles drin. Möbel, Einbauküche, Fernseher, 4 Schlafmöglichkeiten usw. Wir werden also sehr wahrscheinlich die Wohnung in Hamm noch behalten und ich werde zunächst in dieser möbilierten Wohnung wohnen und mal schauen wie das alles so wird. Vorteil ist auch, daß ich zusammen mit meiner Frau dann auch vorort in Berlin nach einer größeren Wohnung zur Endlösung suchen kann. Das ist einfacher als dort eine Wohnung aus Hamm zu suchen.


Das Leben und die Arbeit im Auswärtigen Amt


Nun arbeite ich schon seit dem 2. November 2008 im
Auswärtigen Amt.
Die Zeit ist wie im Flug vergangen.
Die Einarbeitungs- und Probezeit ist komplett positiv gelaufen.
Meine Frau und ich haben dann doch noch vor meinem Dienstantritt am 2. November 2008 eine Wohnung gefunden.
Es war eine Altbauwohnung in Berlin-Mitte/Ost auf der Schwartzkopfstraße. Das ist ganz in der Nähe dort wo der Bundesnachrichtendienst neu gebaut wird.
Ich mußte immer mit der U-Bahnlinie 6 bis zum U-Bahnhof Französische Straße fahren und dann noch etwa 15 Minuten zufuß laufen.
Da die Wohnung aber recht verbaut und vorallem sehr schlecht isoliert war, sind wir dann nach zwei Jahren nochmals innerhalb Berlins umgezogen.
Nachdem klar war das ich im Amt bleiben werde, versuchte ich über das Familienreferat eine Bundeswohnung in der Nähe des Auswärtigen Amtes zu bekommen.
Das klappte dann letztendlich auch. Wir fanden eine Wohnung in der Leipziger Straße, die fußläufig etwa 10 Fußminuten vom Auswärtigen Amt entfernt liegt.
Wir fühlen uns hier sehr wohl. Wir wohnen zentral und sind mitten im Leben.
Mittlerweile wollen wir auch beide aus Berlin nicht mehr weg.
Beruflicherseits läuft alles planmäßig und gut. Ich komme dort gut zurecht und mein Führhund Tyson ist der große Star im Amt. Er ist bald wichtiger als ich. Wenn wir mal aus Urlaubsgründen nicht da sind, dann fragt jeder wann denn Tyson wiederkommt und kaum einer nach mir ;-).
Ich bin sehr froh das es alles so mit Berlin gekommen ist, zumal uns in Hamm eigentlich nichts mehr hält. Verwandschaft meiner Frau wohnt kaum noch in Hamm. Bei mir ist es ähnlich. Meine Mutter starb im Oktober 2009 nach schwerer Krankheit.
Somit war meine Dienstaufnahme im Auswärtigen Amt das beste was mir passieren konnte.

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